Das Absegeln 2004 ist vorbei!

An dieser Stelle nun der passenden Bericht dazu:

 

Absegelbericht 2004

„K

ennt Ihr den alten Holzmichel noch?“ dieser Text bzw. die leicht abgewandelte Variante schwirrt mir den ganzen Tag noch durch den Kopf. Es ist der berühmte „NADABIVODA“-Tag (nach dem Absegeln ist vor dem Absegeln), und ein paar Zeilen zu Papier zu bringen hilft ein wenig über den bevorstehenden Ernst des Alltags hinweg.

Eiselmeer-Absegeln? Dieses Motto war für dieses Jahr wörtlich zu nehmen! Zumindest was den letzten Tag angeht, an dem die Crew der Quo Vadis einige Schiffe aufs Korn genommen hatte, um diese mit crushed Eis unter Beschuß zu nehmen. A propos nehmen: woher hatte wohl die Quo Vadis dieses Eis? Nun, dabei handelte es sich um absolut exquisites Urk-Eis (hat nix mit UrmelausdemEis zu tun) welches normalerweise für die Kühlhaltung von Speisefisch dient. Das genau dieses Eis am Vorabend zur Herstellung von Fisch-Caipirinhas herhalten mußte ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Dem beherzten Einsatz einzelner Crewmitglieder der Carpe Diem war es im übrigen zu verdanken, dass größerer Schäden an Bord und an der Mannschaft verhindert wurde. Das wird dann die Revanche im nächsten Jahr zumindest etwas zügeln.

 

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rk bildete übrigens dieses Jahr das erste Etappenziel der Flottille, deren Teilnehmerfeld am Vorabend so wunderbar dieses alljährliche Wiedersehen feierte: In Lemmer wurde bei riesig gebratenen, champion­verdächtigen Pilzen, Pilsen und Glühwein nicht nur die Füße sondern auch alte Geschichten aufgewärmt. Die Verteilung der Logbücher fand durch die Verteilung der frisch gedruckten Dago-Flaggen weite Anerkennung. Diese Flaggen dienten von nun an als Unterscheidungs­zeichen zu normalsterblichen Seglern auf dem Ijsselmeer, wie sie zu dieser Jahreszeit noch vereinzelt gesichtet wurden und verheißten den Hafenmeistern die Zugehörigkeit zur Flottille. Der Urk-Fisch wurde übrigens – wie üblich – noch am gleichen Abend stilgerecht in den Riesenpfannen zubereitet, wobei sich einige vorwitzige hölländische Maisjes (nicht zu verwechseln mit Matjes, der hat kein Kopftuch auf) eines Kommentars nicht erwehren konnten. Hatten die nun Appetit auf den Pfanneninhalt oder auf die Pfanneninhaltzubereiter?

 

D

er Folgetag bescherte Blisterwetter mit Temperaturen, die man eher im Bereich der Cote d’Azur oder der Türkei vermutete. Die Frauen-Power-Crew der Carpe Diem irritierte die anderen Segelcrews durch ein spontanes Blister-hoch-Blister-runter-Manöver. Wie sich später herausstellte, bestätigte sich der Verdacht nicht, das der Blister eine Laufmasche aufwies und so konnte man dann den Kurs beruhigt fortsetzen. Etappenziel für diesen Tag bildete das malerische Hoorn. Diese stand ursprünglich nicht auf dem Törnplan, wurde jedoch gewählt da das ursprüngliche Ziel Amsterdam bei einigen Crews wegen des ungemütlichen neuen Hafens, der fehlenden Aussicht auf einen Liegeplatz oder den Verdacht auf ein Versacken in der Altstadt Amsterdams nicht auf positive Resonanz stieß (oder war der eigentliche Grund der fehlende Wind und damit die Horror-Aussicht auf stundenlanges „Treckerfahren“?). Der Kap-Namensgeber bildete dann auch eine wunderbare Kulisse für das am nächsten Tag stattfindende Ballonstechen. Die eigens gewählte Jury wartete geduldig auf die ersten Aspiranten und sobald die ersten Crews Feuer gefangen hatten, war die Stimmung mindestens so schön angeheizt wie das Wetter am Vortag. Die bei der morgendlichen Skipperbesprechung verteilten Nägel waren zum Teil zu stecknadelspitzen Instrumenten verwandelt worden. So ausgerüstet galt es dann, mit der am Bugkorb befestigten Bootshakenlanze in möglichst kurzer Zeit einen an der Kaimauer befestigten Ballon zu zerstechen. Daß dabei von einigen Crews statt des Nagels der Anker zum Zerplatzen des Ballons benutzt wurde, tat der Stimmung keinen Abbruch. Den Vogel schoß dann die Crew der „...“ mit Skipper Dieter ab: hier bewies sich wahrer Frauenmut denn am Steuer wurde aus ihm in kürzester Zeit Diethilde. Ausgestattet mit Körbchengröße C, zwei (zusätzlichen) Ballons unter dem BH und sonnenbebrillt nahm Dieter seinen Lauf und ließ es krachen. Das der Ballon das selbe tat wurde fast zur Nebensache. Die Crews standen übrigens bei allen Ballonstechmanövern – wie es die Spielregeln vorgaben - vollzählig auf dem Vordeck. Als Steigerung für das nächstjährige Ballonstechen wurde übrigens angeregt, statt der Nägel Injektionsnadeln zur Blutentnahme zu nehmen und die Ballons durch venenstarke Armbeugen zu ersetzen. Es werden noch freiwillige Blutspender gesucht. Ob man dem niederländischen Roten Kreuz allerdings mit dieser Variante einen Gefallen tut, bleibt abzuwarten. ARD und Thomas Gottschalk haben jedenfalls schon Interesse bekundet.

 

M

uiden als nächstes Ziel schied aus, da wir doch tatsächlich ein Schiff zu viel anmelden wollten und der Hafenmeister wohl in Gedanken schon die Hafeneinfahrt mit einer Kette versehen hatte. Daher wurde Stavoren als nächstes Etappenziel gerne aufgenommen, hat doch gerade dieser Hafen die Möglichkeit, unsere Flotille so umfangreich und kompakt aufzunehmen. Der tagsüber häufig genutzte „Volvo-Wind“ bot die Möglichkeit, Vorbereitungen für die abendlich geplante Gemüsepfanne vorzunehmen. Selbst die abgemeldeten Gemüseschiffe konnten nicht verhindern, das diese ein Erfolg wurde. Zuvor musste der Admiral jedoch die Wassertemperatur bestätigen, die ihm ein Crewmitglied tags zuvor vertraulich mitgeteilt hatte. Ergebnis: die Ijsselmeer-Temperatur konnte nicht mit der Lufttemperatur mithalten.

 

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m nächsten Morgen wurde dann nochmals die Jury auf den Plan gerufen: animiert durch die zahlreichen Berichte und Erfolge der anderen Yachten über das Ballonstechen hatten sich weitere Crews für den Wettkampf gerüstet. Teils als Testfahrt für den Bugbeschlag, teils als Schaulaufen für die Hafenbesucher wurden wieder Kaimauern ins Visier genommen und Punkte gesammelt.

Fffffortsetzung fffffolgt....

 

Für Bilder und Bericht vergangener Ijsselmeer-Absegel-Törns bitte dem folgenden Link folgen: http://akawac.de/deutsch/toern_ber.htm

 

 

 

 

 

 

 

 

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